ad infinitum

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Ad Infinitum stellt eine kleine Söldnerrotte des späten 15.Jhd. in der Zeit von ca. 1460~1480 dar, welche sich grade auf Heerfahrt befindet.                                         

Söldnertruppen waren im späten Mittelalter sehr verbreitet. Es handelte sich meist um Menschen, die durch den permanenten Kriegszustand der damaligen Jahrhunderte, durch Mord und Brandschatzung ihrer Lebensgrundlage und ihrem sozialem Gefüge beraubt waren oder Soldaten, die nach Auflösung einer Armee von ihrem Dienstherren entlassen wurden.

Sie zogen auf der Suche nach „Arbeit“  also einem neuen Krieg oder im Idealfall der Anstellung bei einer Garnison oder Stadtwache durch Europa. Hierbei waren die Grenzen zwischen Soldatentrupp, Bettler und Räuberbande sehr fließend(wer uns kennt wird grade die nähe zu Räuberbanden bestätigen können ;o).

Oft kam es vor, dass Söldner, die im einen Jahr noch für einen Herren kämpften im nächsten Jahr schon beim Rivalen im Sold standen.

Denn es gab damals in der Regel kein stehendes Heer im heutigen Sinne: Ein Adliger oder eine Stadt hatten Clinch mit dem Nachbarn, heuerten Soldaten an und nach dem Konflikt wurden die angeheuerten Soldaten wieder entlassen um Kosten zu sparen. So konnte sich der Söldner nie seiner „Arbeitsstelle“ gewiss sein.

Auf der anderen Seite kaufte sich der Feldherr zwar mit Söldnern sehr erfahrene, fremde Soldaten für die ersten Schlachtreihen und schonte somit die  „Landeskinder“, musste aber stets mit einem überlaufen an den vielleicht besser zahlenden Rivalen rechnen, da der Söldner nicht für seine Sache sondern für sein Geld kämpfte (welches er natürlich auch noch ausgeben wollte). So verwundert es auch nicht, dass grade den Söldnertruppen eine offene Konfrontation mit dem Gegner sehr unlieb war und es (speziell in Italien) zu monatelangem Umgehen und „verpassen“ der Gegner kam. Bei vollem Sold versteht sich…

Unsere Rotte hat zur Zeit das Glück, von Adolf von Nassau in Dienst genommen worden zu Sein, um als Soldaten im Rheingauer Gebück zu dienen.

Fester Bestandteil der Söldnergruppen, die von einigen wenigen, lose zusammengewürfelten Landstreichern bis zu über 100 Mann starken, durchstrukturierten Profitrupps reichen konnten, war der Tross. Die Ehefrauen der Söldner und ihre Kinder  aber auch solche Frauen, die ebenfalls ihrer Lebensgrundlage beraubt, sich zu ihrem eigenen Schutz einer Truppe anschlossen. Aber natürlich sehr oft auch solchen, die eben genau von dieser Truppe ihrer Ehre beraubt und vom Dorf verstoßen, keine andere Wahl hatten als sich ihren Peinigern anzuschließen. Es herrschte eine relativ klare Arbeitsteilung. Dabei wurden die Frauen nicht nur als Köche, Wäscherinnen oder Prostituierte eingeplant. Sie waren eine feste Größe beim Plündern und Leichenfleddern noch während die Soldaten kämpften und verteidigten den eigenen Tross mit Knüppeln und Messern gegen Plünderer der Gegenseite, standen Teilweise mit in den Schlachtreihen um die Soldaten mit Wasser zu versorgen und organisierten den gesamten Tross logistisch.

Außerdem hörten sie sich natürlich das Gejammer der Soldaten mit Blessuren an und trösteten sie ;o)

Es bestand eine regelrechte Produktionseinheit aus Soldat und Frau. So entwickelten sich in späteren Jahrhunderten Vorschriften, die den Anteil von Frauen in einem Heereszug auf maximal ein Drittel der Mannstärke festlegten. Eine Vorschrift die wahrscheinlich nur Sinn macht wenn es vorher anders war...

Durch das rastlose Leben der Söldner fand auch in ihrer Mode, ihren Waffen und Rüstungen eine starke Durchmischung statt. Je länger ein Söldner unterwegs war und je weiter er herum kam, desto mehr wurde seine einstmals stark lokal geprägte Mode ergänzt durch „Fundstücke“

So gibt es auch in unserer Gruppe z.B. Italiener unter Nassauer Wappen mit Fundstücken aus Kriegen gegen Burgunder. Trotzdem muß die Zusammenstellung der Fundstücke plausiebel sein und Plünderung darf nicht als Vorwand genutzt werden  alles mögliche zu kombinieren.

Wie schon gesagt: stark lokal geprägte Mode - ERGÄNZT durch Fundstücke.

Ziel unseres Hobby ist eine möglichst realitätsnahe Darstellung eines solchen Söldnerhaufens auf Kriegsfahrt.

Dies beinhaltet einen stetigen Entwicklungsprozess, geprägt von Recherche, Experiment und Fehlschlägen und natürlich auch Kompromissen, die zeitweise eingegangen werden müssen.